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Profi-Super 8 in bescheidenen Verhältnissen

Das Heimkino auf Super 8 ist immer noch ein großes Hobby von mir, wenn auch in etwas bescheidenen Verhältnissen. Seit 1977 bin ich diesem Format treu. Wer glaubt, der Super 8 Film wäre tot, der wird von vielen Filmesammlern eines besseren belehrt.

Ich habe mir einen Raum zu einem kleinen Kino und Hobbyraum kombiniert. Der Projektionsabstand beträgt leider nur 4,40 m auf eine 1,70 Meter breite Leinwand. Das reicht für diesen Raum aber vollig aus.
Rechts und links neben der Leinwand hängt je eine 140 Watt Lautsprecher-Box (Pioneer CS-5070) an der Wand, die mit ihrer schwarzen Front optisch mit dem dunklen Hintergrund verschmelzen. Die Lautsprecher sind auch gleichzeitig mit meiner Stereoanlage verbunden, man braucht nur mit einem Schalter umzuschalten. Um einen optimalen Sound zu erreichen, lasse ich den Ton über einen externen Vollverstärker laufen, den ich direkt unter dem Projektor plaziert habe.
Ich mag auch sehr gerne die alten Filme, z.B. von Heinz Rühmann oder Hans Albers, aber auch Musikfilme wie XANADU, vor allem, wenn diese auch noch neu in Stereo vertont wurden.
 
 

Leinwand

Raumgröße:
4,70 m x 3,25 m

Leinwand:
1,69 m x 1,23 m (4:3)

Für 16:9 Skalierung wird unten ein mit Velour überzogenes Brett an Magneten befestigt.

 

 

Sitzplätze

Vorführ- und Zuschauer-bereich.

 

Meine Filme führe ich mit dem Elmo GS 1200 vor, davon habe ich 2 Stück. die Geräte haben eine Spulenkapazität bis zu 360 Meter und sind auch für Lichtton geeignet. Das reicht für eine ununterbrochene Filmlänge von 50 Minuten, bzw. 95 Minuten bei Polyester / Lichttonfilmen.

 

Elmo GS 1200 MO

Elmo GS 1200 MO
Spulengröße:   360 Meter
Lampe:             200 Watt / 24 Volt
Objektiv:          F: 1.1  12,5 ~ 25 mm
Ton:                  Magnet (Stereo) / Lichtton
Motoren:          4


 

 

Rückblick

Meine ersten Filme drehte ich schon 1977. Doch das richtige Sammeln von Filmen habe ich gerade zu dem Zeitpunkt angefangen, als die meisten Hobbyfilmer auf Video umgestiegen sind. Das war wohl so um 1980 rum. Da waren auf einmal viele Filme preislich erschwinglich. Piccolo und Co machten Ausverkauf und die Sammler gaben die Streifen billig ab. Mir hat mal einer in Frankfurt einen ganzen Wäschekorb voll Filme für 150,- DM verkauft. Der wollte doch tatsächlich die zum Teil fast nagelneuen Filme beinahe wegwerfen. Darunter war zum Beispiel der komplette 90 Minuten- Film "Hitler, Mein Kampf" -  So gut wie neu.  Er wusste scheinbar nicht, was er da hat. Den gleichen Film musste ich bei einen anderen Sammler mal "links liegen lassen", da von diesen 700 Metern kein einziger mehr brauchbar war. Wenn man so etwas sieht - das tut weh.

Ich war schon immer für das „gute Alte“ zu haben. Mir war von Anfang an bewusst, dass das analoge Video den Film nicht ersetzten kann. Deshalb habe ich mir nie eine Videokamera gekauft. Wo alle schon behaupteten, der Super 8 Film wäre tot,  habe ich mit, „der Film kommt wieder“ gekontert. Als aber auch mein drittes Bauer-Gerät, das ich mal von Neckermann gekauft habe langsam meine Filme verkratzte, hatte ich bald die Lust am Filme sammeln verloren. Ich sagte mir, entweder kaufe ich mir jetzt einen guten Filmprojektor oder ich höre auf. Zum Glück fand ich durch eine Annonce den Elmo ST 1200 D, den Jemand ungenutzt in der Garage stehen hatte und mir für 150,- DM verkaufte. Damals hatte ich sogar noch gezögert, dieses Gerät zu nehmen, da ich noch nicht, wusste, wie gut dieser Projektor eigentlich ist. Endlich blieben meine Filme wie neu, da ich sie ja ohnehin nach jedem Durchgang immer reinige. Zwei Jahre später wurde mir dann sogar der
GS 1200 für 500,- DM angeboten, den ich natürlich sofort nahm. Dieses Gerät besitzen viele professionelle Filmesammler und wird heute um die 1200,- Euro gehandelt. Auch den schon oft angesprochenen fehlerhaften Einführslot, der die Filme verkratzt, habe ich durch die überarbeitete Version ausgewechselt.
 
Im Sommer 2011 ging mein geliebter Projektor auf einmal in stinkenden Rauch auf. - Der Trafo war hin. Dies bedeutete in diesem Fall "Totalschaden". Tragisch, dass ich einige Monate vorher noch 150 Euro Reparatur für eine defekte Platine investiert hatte.
Was nun? Wenn man ernsthaft diese Hobby weiter betreiben wollte, musste ein neuer GS 1200 her. Freundlicherweise überlies mir die Reparaturfirma, zu der ich schon jahrelanges Vertrauen habe, ein fast neues Gerät zu einem Freundschaftspreis. Somit kann das Hobby weitergehen. Mit dem defekten Projektor besitze ich wenigstens noch einige gute Ersatzteile.

Film kontra Video

Was der Vorteil des Films zum Video zeigt, lässt sich ganz einfach damit belegen, wenn man die alten Aufnahmen seiner Kinder mit der von Freunden vergleicht, die diese auf Videoband verewigen wollten. Ich habe schon gealterte Aufnahmen gesehen, die man heute praktisch wegwerfen kann. Wer heute meine Tonfilm-Aufnahmen von meinen damaligen kleinen Sohn ansieht, der wird kein Unterschied zwischen heute und damals feststellen.  
Ich habe sogar ein Tonfilm von meinem Onkel aus dem Jahr 1965, bei dem man jedenfalls mit dem bloßen Auge keine Verschlechterung der Bildqualität feststellen kann. Jemand hatte mal meine Hochzeit auf Video gefilmt. Diese Aufnahmen habe ich nach einmaligen Betrachten abgelehnt. Ich wollte mir ersparen, mich später jedes Mal über die Unschärfe zu ärgern. Da sind meine Filmaufnahmen weit besser.
Das Argument vieler Videofilmer, das Bild der alten Super8 Filme würde
nach kurzer Zeit verkratzen kann ich nicht bestätigen. Mit dem Zeitalter der hochauflösenden Digitaltechnik wird sich das allerdings ändern. HD-Video übertrifft heute mit seiner Auflösung schon weit, die des Super 8 Films.
 

Filmpflege

Wer seine wertvollen Aufnahmen immer gut lagert, reinigt, und vor allem mit einem guten Projektor abspielt, der wird "verregnete" Filme oder gar Laufstreifen kaum kennen. Natürlich gilt das Gleiche auch für die Filmmaschine.

Ich habe mir angewöhnt, meine Filme nach jedem Durchlauf durch ein Tuch zu ziehen und habe festgestellt, auch nach 20 Vorführungen ist der Zustand noch wie am ersten Tag. Es ist Gift für den Film, wenn er staubig aufgewickelt wird. Es entstehen dann Macken auf der Filmschicht, die das "verregnen" verursachen. Diese lassen sich dann auch nicht mehr durch Reinigen entfernen.
Diesen Fehler haben früher die meisten Hobbyfilmer gemacht, wechselten zu Video und hatten dafür die Unschärfe.

 Mitttlerweile habe ich aber gute Erfahrungen mit Filmguard gemacht. Dieser "Wunderreiniger" konserviert den Film und macht ihn so geschmeidig, dass auch jeder noch so trockene Streifen wieder einen exzellenten Bildstand bekommt. Sogar kleinere Laufstreifen bekommt man damit weg. Das hätte ich vor Jahren nie geglaubt, das so etwas möglich ist. Das Mittel braucht man auch nur alle paar Jahre anzuwenden.
Da die Filme jetzt kaum noch Staub anziehen, entfällt auch die Reinigung nach jeden Durchlauf.

Zugegeben, heute kann man bereits Digitalaufnahmen machen, die den Film ablösen werden. Dagegen ist auch nichts einzuwenden, denn die Zeit wird sicher kommen. Aber noch werden Kinofilme auf Filmmaterial gedreht

und außerdem gibt es da noch was anderes...


Was ist am Film so schön? 

Empfindet man nicht auch ein wenig Nostalgie, wenn das Rattern des Projektors im Hintergrund läuft, wenn man an den Spulen beobachten kann, wie der Film langsam zu seinem Schluss kommt, oder wenn bei den guten alten Schwarzweiß-Spielfilmen ein paar Kratzer oder Staubflecken einfach mal dazu gehören. Im Gegensatz zur CD oder Videoband hat man beim Filmstreifen noch das Gefühl, mit dem Film direkt verbunden zu sein. Statt Bits und Bytes oder Magnetstaub kann man das Bild auf dem Datenträger direkt sehen. Dies wird es in der Technik der Zukunft wohl nie mehr geben.

Vielleicht legt in 100 Jahren auch gerne wieder mal einer eine alte Schallplatte auf einen noch funktionierenden Plattenspieler und lauscht den Klängen, obwohl wir dann wahrscheinlich, für heute eine unvorstellbare Technik haben.

Dies klingt vielleicht alles etwas überheblich, aber ein echter Filmesammler wird das verstehen.

 

Es geht weiter

Wer sich nicht nur mit alten Filmen begnügen will, der kann sich auch neue Komplettfilme auf Super 8 mit Dolby Surround kaufen, die gerade erst im Kino gelaufen sind. Auch wenn es viele nicht glauben, die gibt es wirklich. Doch dafür habe ich leider nicht das nötige "Kleingeld".

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